OKT 2020 I CELLUX – AUTARKE KÜHLZELLE DURCH KÜHLUNG MIT DER SONNE

Offizielle Einweihung des Pilotprojekts in Kenia

Weltweit gehen pro Jahr 1,3 Milliarden Tonnen aller für den menschlichen Verzehr hergestellten Lebensmittel verloren, verderben oder werden verschwendet. Gerade in Entwicklungsländern ist die Ernte bei der Lagerung in den traditionellen Scheunen aus Stroh und Holz besonders anfällig für Regen und den Befall durch Insekten und Nagetiere. Eine Verringerung der Ernteverluste würde die Menge der weltweit verfügbaren Nahrungsmittel erhöhen, ohne dass zusätzliche Ressourcen benötigt werden oder die Umwelt zusätzlich belastet wird.

Die Idee hinter Cellux ist, vorwiegend die Verhältnisse in der afrikanischen Lebensmittelproduktion zu verbessern. Viele Farmer vor Ort haben aufgrund der hohen Stromkosten und der nicht  immer zuverlässigen Stromversorgung nicht die Möglichkeit, ihre Lebensmittel von der Ernte bis zum Weitertransport ausreichend zu kühlen. Dadurch liegt der Anteil der Lebensmittel, die aufgrund des Verfaulens durch unzureichende Kühlung nicht mehr weiterverkauft werden können, bei etwa 50 %. Cellux soll diesem Problem entgegenwirken und eine einfache, kostengünstige Lösung bieten, um empfindliche Ware vor dem Verderben zu bewahren. Um Cellux optimal nutzen zu können, ist eine intensive Sonneneinstrahlung notwendig. Diese Voraussetzung ist in Ländern nahe des Äquators besser gegeben als in einem mitteleuropäischen Land.

KRAMER setzt dabei mit Photovoltaik auf erneuerbare Energien. Damit kann zu relativ günstigen Betriebskosten die zur Kühlung notwendige Energie bereitgestellt werden. Cellux nutzt die  Sonnenenergie zur Kühlung. Mittels einer Photovoltaik-Anlage wird eine Gleichspannung erzeugt, welche in einen Batteriespeicher eingespeist wird. Die erzeugte Energie wird dazu verwendet, eine Gleichstrom-Kältemaschine anzutreiben, die eine Kühlkammer kühlt. Um das System möglichst schlank und einfach zu halten, wird statt einer Wechselstrom-Kältemaschine (230 V AC) eine 48 V DC-Maschine verwendet. Dadurch kann auf schadensanfällige Wechselrichtertechnik verzichtet werden. Ebenfalls kann die durch die Photovoltaik gewonnene Energie direkt für die Kühlung genutzt werden, was Energieverluste durch die Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom verhindert. Ein weiterer Vorteil des einfach gehaltenen Systems liegt im geringen Wartungsbedarf sowie Wartungsaufwand.
Cellux wird mit allen Komponenten in Einzelteile zerlegt und versendet. Am Zielort kann die Kühlzelle mit Hilfe der beigefügten, leicht verständlichen Anleitung zusammengebaut werden. Den Aufbau und das Anschließen der Zelle können geschulte Laien vor Ort durchführen. Cellux wird in zwei verschiedenen Größen angeboten. Diese können mit Hilfe von Upgrades auf die Kundenbedürfnisse angepasst werden.

Am 09. & 10. Oktober 2020 fand die offizielle Eröffnung des ersten Cellux Moduls in Kenia statt. Unter den Gästen waren Vertreter der Botschaft, der AHK, diverser Banken sowie örtlichen Kooperativen. Auch zwei nationale Fernsehteams waren vor Ort. Insgesamt meldeten sich 200 Gäste an, weshalb die Feier aufgrund der aktuellen Corona-Lage auf zwei Tage verteilt wurde.
Der Standort des Cellux-Moduls ist ein Feld eines regionalen Farmers 100km östlich von Nairobi. Auf Feldern gestaltet sich die Anfahrt mit üblichen Fahrzeugen von Servicetechnikern aufgrund des unebenen und meist nicht geteerten Untergrundes schwieriger als auf befestigten Straßen, weshalb ein möglichst wartungsfreies System angestrebt wird. Dies soll einen weitgehend autarken Betrieb mit geringen Ausfallzeiten garantieren. Aktuell ist Cellux in der Lage, Temperaturen im Bereich von ca. 6-8°C zu erzeugen. Dies sind ideale Temperaturen für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Obst und Gemüse. Tiefere Temperaturen können aufgrund fehlender Komponenten mit Gleichstromtechnik momentan noch nicht erreicht werden. Produkte wie Fleisch, Fisch oder TK-Waren können daher mit Cellux noch nicht gekühlt werden. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von KRAMER arbeitet aber intensiv an der Weiterentwicklung des bestehenden Systems, um das Einsatzgebiet von Cellux auch auf diese Lebensmittel zu erweitern.

Von der Geburtsstunde des Cellux als reiner Idee im Jahr 2016, bis zur technischen Verwirklichung und schließlich der Einweihung in Kenia, hat das KRAMER Team mit Hilfe seiner offiziellen Partner konsequent und trotz so mancher Hindernisse, wie Zoll- und Einfuhrbestimmungen und nicht zuletzt die Corona Pandemie, kontinuierlich und erfolgreich an der Umsetzung des Projekts gearbeitet. Die erfolgreiche Umsetzung bedeutet uns umso mehr, da Cellux nicht in erster Linie den wirtschaftlichen Interessen von KRAMER dient. Vielmehr wollen wir durch einen, auch für afrikanische Verhältnisse, erschwinglichen Preis sowie einfache, von geschulten Laien vor Ort zu erwerbende, zu installierende und zu wartende Technik eine Triple-Win Situation für lokale Bauern, lokale Techniker und KRAMER schaffen.

Mehr Informationen unter: www.cellux-solution.com und www.suncooling.de

 

Dieses Projekt wird im Zuge des von der Deutschen Energie-Agentur (dena) ins Leben gerufenen und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten dena-Renewable-Energy-Solutions-Programms realisiert.

Deutsche Energie-Agentur (dena)
Die dena ist das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und intelligente Energiesysteme. Als Agentur für angewandte Energiewende tragen wir zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele bei, indem wir Lösungen entwickeln und in die Praxis umsetzen, national und international. Dafür bringen wir Partner aus Politik und Wirtschaft zusammen, über alle Branchen hinweg. Die Gesellschafter der dena sind die Bundesrepublik Deutschland und die KfW Bankengruppe.
www.dena.de

Exportinitiative Energie
Mit der Exportinitiative Energie unterstützt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) kleine und mittlere deutsche Unternehmen der Energiebranche bei der Erschließung von Auslandsmärkten. Angesprochen sind Unternehmen, die Energielösungen im Bereich Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, intelligente Netze oder Speicher anbieten. Die Exportinitiative verfolgt das Ziel, deutsche Energie-Technologien international stärker zu positionieren und zu verbreiten, um das Marktpotential für deutsche Technologien und deutsches Know-how zu erhöhen. Ausgerichtet auf die jeweiligen Exportphasen stehen bei den Angeboten der Exportinitiative die Informationsvermittlung, die Kontakt- und Geschäftsanbahnung bzw. das Auslandsmarketing im Fokus.
www.german-energy-solutions.de 

dena-Renewable-Energy-Solutions-Programm (dena-RES-Programm)
Mit ihrem dena-RES-Programm unterstützt die Deutsche Energie-Agentur (dena) Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche bei der Erschließung von Märkten. In attraktiven Zielmärkten wird Energietechnik öffentlichkeits- und werbewirksam an repräsentativen Einrichtungen installiert und durch Aktivitäten im PR-, Marketing- und Schulungsbereich umfassend begleitet. Diese vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der „Exportinitiative Energie“ geförderten Leuchtturmprojekte haben zum Ziel, die Qualität deutscher Produkte im Bereich erneuerbare Energien zu demonstrieren und teilnehmenden Unternehmen den nachhaltigen Eintritt in neue Märkte zu erleichtern.
https://www.german-energy-solutions.de/GES/Navigation/DE/Angebot/Referenzprojekte/dena-RES/dena-res.html